Notarzt-Einsatzfahrzeug

Was ist denn ein Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF)? In Hessen - wie auch in fast allen anderen Bundesländern - gibt es seit Ende der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Rendezvoussystem, bei dem der Notarzt (oder die Notärztin) und weiteres Equipment mit einem separaten Fahrzeug zur Einsatzstelle gelangt. Eine der Ideen hinter diesem System ist, dass der Notarzt sofort wieder für weitere Einsätze zur Verfügung steht, wenn sich herausstellen sollte, dass der Patient ohne Arzt ins Krankenhaus transportiert werden kann.

Der ASB Kassel-Nordhessen setzt seine NEFs an zwei Standorten ein:

  • Elisabeth-Krankenhaus Kassel (NEF2 Kassel) - Funkrufname 6-82-1
  • Kreisklinik Wolfhagen (NEF Wolfhager Land) - Funkrufname 38-82-1

Eine Besonderheit stellt die „Arbeitsgemeinschaft NEF Wolfhager-Land" dar, die seit Oktober 1991 besteht. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören die damaligen ASB-Ortsverbände Bad Emstal und Habichtswald (jetzt: ASB Regionalverband Kassel-Nordhessen), das Deutsche Rote Kreuz Kassel-Wolfhagen und die Kreisklinik Wolfhagen an und stellen einen Notarztdienst bereit.
Das Notarzteinsatzfahrzeug ist tagsüber an der Kreisklinik Wolfhagen und nachts, bzw. an Wochenenden und Feiertagen, auf einer der drei Rettungswachen stationiert und wird von einem der 22 ehren- und hauptamtlichen Rettungsassistenten und –sanitätern der drei Hilfsorganisationen, sowie einem der 25 Notärzte aus der Kreisklinik Wolfhagen, bzw. Landkreis und Stadt Kassel, besetzt.

Seit Samstag den 4. Juli 2009 hat die Arbeitsgemeinschaft ihr neues NEF nach DIN 75079 in Betrieb genommen. Das neue Fahrzeug vom Typ Mercedes-Benz Vito 120 CDI ersetzt einen 6 Jahre alten VW Passat 4Motion TDI Automatic mit einer Laufleistung von 240.000 km. Jährlich werden hiermit etwa 1.200 Notfallpatienten ärztlich versorgt und ca. 40.000 km gefahren.

Nach fast 30 Jahren wechselte der ASB zum 1. Januar 2011 den Standort seines NEF in Kassel - er wurde vom Klinikum Kassel in das Elisabeth-Krankenhaus verlagert. An diesem Standort wurde am 11. Mai 2010 eine neues NEF - ein VW T5 - in Dienst gestellt.
Der Rufname ist: Sama Kassel 6-82-1. Es wird rund um die Uhr von einem Rettungsassistenten/Rettungssanitäter des ASB Kassel und einem Notarzt (Internisten oder Anästhesisten) besetzt. Es fährt rund 3.500 Einsätze im Jahr.

Der ASB Kassel-Nordhessen hat drei Notarzt-Einsatzfahrzeuge - einen VW T5 (Baujahr 2010), einen VW Touran (Baujahr 2005) und einen Mercedes Vito (Baujahr 2009). Auf dem rechten Foto ist noch ein altes NEF Mercedes Vito zu sehen, das Ende 2005 durch den VW Touran ersetzt wurde. Der dargestellte VW Bus T4 wurde 2010 durch einen VW Bus T5 ersetzt. Das Einsatzgebiet erstreckt sich weit über die Stadtgrenzen von Kassel und die umliegenden Gemeinden hinaus - teilweise wird dieses Fahrzeug auch von der niedersächsischen Leitstelle Göttingen angefordert.

Ein Rundgang durch das NEF T5

In einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wird eine Ausstattung mitgeführt, deren Art und Umfang durch eine europäische Norm festgelegt ist.

Auf den folgenden Seiten können Sie sich einen Überblick über das "Innenleben" machen.

Fahrerraum

Auf der Fahrt zur Einsatzstelle ist das NEF mit einem Rettungsassistenten oder einem Rettungssanitäter als Fahrer und dem Notarzt als Beifahrer besetzt.

Cockpit

Der Fahrer hat das Standard-Cockpit eines VW Bus T5 vor sich.

Lediglich die Schalter für die Blaulichteinheit sowie die Außenscheinwerfer sind zusätzlich eingebaut. Der Schalter ganz rechts ist der Unfall-Daten-Schreiber (UDS). Zusätzlich stehen eine Rückfahrkamera (linker Bildschirm) und ein Navigationssystem zur Verfügung.

Weiterhin befindet sich ein 4m-BOS-Funkgerät mit Freisprecheinrichtung sowie ein portables 2m-BOS-Funkgerät an Bord.

Seitentür

Hinter der Seitentür ist eine weitere Sitzbank vorhanden. Weiterhin sind dort eine Reihe von Schränken untergebracht, in denen sich unterschiedlichste Materialien zum Nach- und Auffüllen nach einem Einsatz befinden

Treten Sie näher und sehen sich die Schränke an..

Schränke hinter der Seitentür

Vor der Sitzbank ist ein großes Schrankelement mit einer Vielzahl von Schränken und Schubladen untergebracht. In dem Schrankelement sind neben diversen Verbrauchsmaterialien auch ein Wärme- und ein Kühlschrank untergebracht. Einige Schränke können Sie auch virtuell öffnen.

Linke Reihe

  • Schublade 1: Notfallprotokolle, Transportscheine usw.
  • Schublade 2: Beckenschlinge / Tourniquet
  • Schublade 3: Verbandmaterial / Set für Abnabelung
  • Schublade 4: Infektions-Schutzanzüge
  • Schublade 5: Thoraxdrainagen, ZVKs

Rechte Reihe

  • Schublade 1: Spritzen, Kanülen, Venenverweilknülen usw.
  • Schublade 2: Nierenschalen, Handschuhe
  • Schublade 3: Wärmefach
  • Schublade 4: Kühlfach

Kühlfach

In einer Schublade steht eine Lagerungsmöglichkeit für Medikamente zur Verfügung, die kühl gelagert werden müssen. Hier ist u.a. das Medikament für die Lyse-Therapie untergebracht.

Wärmefach

In einem Wärmefach werden Infusionen unterschiedlicher Art auf einer Temperatur von 25 - 30 °C gehalten.

  • kristalloide Infusionen
  • kolloidale Infusionen
  • Glucose-Infusionen

Beckenschlinge / Tourniquet

Erfordert der Zustand eines Patienten eine zügige und/oder spezielle Rettung, stehen besondere Geräte zur Verfügung. So werden zwei Beckenschlingen (in unterschiedlicher Größe) sowie das Abbindesystem Tourniquet (externer Link: www.tourniquets.org) und eine Blutdruckmanschette für übermäßig starke Oberarme zur Verfügung.

Verbandmaterial / Abnabelung

Um aus dem Rucksack verbrauchtes Verbandmaterial auffüllen zu können, wird 'Nachschub' in dieser Schublade gelagert. Im linken Teil der Schublade ist das Material für die Abnabelung eines Neugeborenen zusammengepackt.

Heckklappe

Hinter der großen Heckklappe befinden sich alle Geräte, die an einer Einsatzstelle benötigt werden könnten.

Die Absaugeinheit

Die Absaugpumpe wird über einen Akku mit Energie versorgt. Eine Ladehalterung sorgt für eine Ladungsüberwachung, sobald sie im Fahrzeug hängend angebracht ist.

Links in der Tasche befinden sich sterile Absaugkatheter in unterschiedlichen Größen.

Zwischenzeitlich haben wir auf zusätzliche Einwegeinsätze in den Absaugbehältern umgestellt. Dies erleichtert die Reinigung nach der Benutzung erheblich.

Beatmungsgerät

Aufgrund des Gesundheitszustands des Patienten kann es erforderlich sein, dass er künstlich beatmet werden muss. Dies erfolgt nach einer Intubation.

Bei einer Narkose werden durch Medikamente die Muskelaktionen - und somit auch die Atmung - ausgeschaltet. Dann muss die Atmung von 'außen' übernommen werden.

Das Beatmungsgerät - hier ein Oxylog 3000 - ist so konstruiert, dass es aus dem Fahrzeug entnommen und an der Einsatzstelle betrieben werden kann. Das Gerät kann für alle Altersgruppen der Patienten von Baby bis zum Erwachsenen eingesetzt werden.

Kohlenmonoxid-Messgerät

Das Kohlenmonoxid-Messgerät wird bei Verletzten nach Bränden - meist Wohnungsbränden - eingesetzt. Ohne Eingriffe in den Körper (non-invasiv) wird über einen Fingerclip der Anteil der mit Kohlenmonoxid (CO) besetzten roten Blutkörperchen gemessen.

Dies kann ein entscheidender Hinweis für den Notarzt für eine Krankenhauseinweisung sein.

EKG mit Defibrillator

Mit einem EKG Corpuls C3 werden die elektrischen Reizleitungs-Ströme am Herzen gemessen und aufgezeichnet. Anhand unterschiedlicher Messrichtungen und Betrachtungswinkeln (Ableitungen) können eine Reihe von Verdachtsdiagnosen gestellt werden - z.B. Herzrhythmusstörungen oder gar ein Herzinfarkt. Aus diesem Grund kann es erforderlich sein, dass Ihnen der Rettungsdienst bis zu 10 Elektroden auf Brustkorb und Extremitäten klebt.

Mit einem eingebauten Sensor der Pulsoximetrie kann die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen werden. Es sind damit Aussagen zur Versorgung der Organe mit Sauerstoff möglich. Er wird einfach auf den Finger gesteckt.

Mit den beiden schwarzen Padels ist es möglich, Elektroschocks auf das menschliche Herz abzugeben, um es aus dem sog. Kammerflattern (Puls < 300/min) bzw. Kammerflimmern (Puls > 300/min) wieder zu niedrigeren Frequenzen 'umzuschalten'. In diesen Fällen ist das Herz nicht in der Lage, die sehr, sehr schnellen elektrischen Aktionen in mechanische Aktivitäten umzuwandeln - das Herz pumpt kein Blut mehr in den Kreislauf.

Ferner ist das Gerät mit einem zusätzlichen Modul für die Kapnometrie ausgestattet, die bei der künstlichen Beatmung von Notfallpatienten zum Einsatz kommt..

Die EKG sind mit einem Anschluss zur Blutdruckmessung versehen. So ist eine automatische und kontinuierliche Blutdruckmessung möglich.

Die Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge des ASB Kassel nahm an dem Modellprojekt 'Frühlyse' zur präklinischen Behandlung von Herzinfarkten teil. Nach deren erfolgreichen Abschluss wird diese Frühlyse seit Mitte 2006 dauerhaft auf den NEF des ASB Kassel mitgeführt.

Notfallrucksack

Im Fahrzeug ist ein großer Notfallrucksack untergebracht.

In dem Rucksack befinden sich alle medizinischen Geräte und Verbrauchsmaterialien, die für die Notfallversorgung erforderlich sind - z.B.:

  • Medikamente
  • unterschiedliche Infusionen
  • Verbandmaterial
  • Spritzen
  • Kanülen
  • Venen-Verweilkanülen
  • Blutdruckmessgerät
  • elektrisches Fieberthermometer
  • usw.

Notfallrucksack "Sauerstoff"

Neben dem Notfallrucksack wird eine weiterer Notfallrucksack zur Sauerstoffversorgung mitgeführt. Darin sind alle Materialien, um dem Patienten Sauerstoff in unterschiedlichen Mengen und Wegen zu verabreichen. Dazu gehören u.a.

  • Sauerstoffbrillen
  • Sauerstoffmasken
  • Hyperventilationsmasken
  • Verneblungsmasken (zur Verneblung von Medikamenten in der Einatmungsluft)
  • Beatmungsbeutel
  • Sauerstoffflasche
  • Materialien für eine Intubation
  • usw.

Der Perfusor

Mit einem Perfusor können Medikamente genau dosiert und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Die Einstellungen erfolgt in ml pro Stunden und sind sehr fein unterteilt möglich - minimale Unterteilung: 0,1 ml/h.

Mit einem Perfusor ist es auch möglich, vorab oder zwischendurch höhere Dosen auf einmal (Bolus) oder zeitlich begrenzt - z.B. bis zu einer bestimmten Menge - zu applizieren. So wird die optimale Wirkung eines Medikaments erreicht.

Intraossäres Zugangssystem

Auf den notarztbesetzten Fahrzeugen wird ein intraossäres Zugangssystem mitgeführt. Bei diesem System kommt eine akkubetriebene Bohrmaschine zum Einsatz, auf die sterile Nadeln aufgesteckt werden, die einen Bohrer beinhalten. Das System kommt zum Einsatz, wenn aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung eine Zugangsmöglichkeit über eine Vene an Arm oder Bein nicht oder nicht zeitnah genutzt werden kann.

Das System bedient sich dem intraossären Raum der großen Röhrenknochen. Es handelt sich dabei um die Knochenmarkshöhle, die sehr gut durchblutet ist. Eine Stahlnadel wird mittels eines speziellen Akkuschraubers durch die Knochenwand getrieben. Dann wird das Innere des Bohrers herausgezogen - es verbliebt eine Hohlnadel mit entsprechendem Anschluss im Knochen. Über diese können nun Infusionen und Medikamente verabreicht werden. Die Knochen, an denen die Nadel zum Einsatz kommen kann, sind exakt definiert, da sich nur wenige Stellen dafür eignen.

Diese Art dieses Zugangs kommt - wie fast alles aus dem Bereich der Medizin - aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • hohe Erfolgsraten (sichere Anwendung)
  • schnelle Anwendbarkeit (< 60 Sekunden)
  • für nahezu alle Altersklassen einsetzbar
  • hoher Durchsatz von Flüssigkeit und Medikamenten

Der Nachteil sind die recht hohen Kosten für die Bohrmaschine (einmalige Anschaffung), aber auch für die Punktionsnadeln.

Der Stifneck

Der Stifneck dient - insbesondere nach Verkehrsunfällen und Stürzen - der Immobilisierung der Halswirbelsäule. So wird die Gefahr evtl. Folgeverletzungen deutlich verringert.

Wie bei vielen Dingen der Rettungsmedizin kommt auch der Stifneck aus den USA und bedeutet übersetzt "steifer Hals".

Der Stifneck wird auch in Kombination mit dem Rettungs-KED eingesetzt.

Ein Rundgang durch das NEF Touran

In einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wird eine Ausstattung mitgeführt, deren Art und Umfang durch eine europäische Norm festgelegt ist.

Auf den folgenden Seiten können Sie sich einen Überblick über das "Innenleben" machen.

Arbeitsplatz des Fahrers

Der Fahrer hat das Standard-Cockpit eines VW Touran vor sich. Lediglich die Steuereinheit für die Blaulichtanlage - über den Lufteinlässen - ist zusätzlich eingebaut.

Weiterhin befindet sich ein 4 m - BOS-Funkgerät sowie ein Mobiltelefon mit Freisprecheinrichtung an Bord.

Auf der Fahrt zur Einsatzstelle ist das NEF mit einem Rettungsassistenten oder einem Rettungssanitäter als Fahrer und dem Notarzt als Beifahrer besetzt.

Seitentür

Hinter der Seitentür befinden sich der dritte Sitzplatz und mehrere Schränke.

Treten Sie näher und sehen sich die Schränke und die im Innenraum untergebrachten Werkzeuge näher an.

Schränke hinter der Seitentür

Hinter der Seitentür befinden sich Vorratsschränke, ein Kühl- und ein Wärmefach.

  • Schublade 1: Kühlfach
  • Schublade 2: Verbandmaterial
  • Schublade 3: Wärmefach

Heckklappe

Hinter der großen Heckklappe befinden sich alle Geräte, die an einer Einsatzstelle benötigt werden könnten.

Die Absaugeinheit

Die Absaugpumpe wird über einen Akku mit Energie versorgt. Eine Ladehalterung sorgt für eine Ladungsüberwachung, sobald sie im Fahrzeug aufgehangen ist.

Links in der Tasche befinden sich sterile Absaugkatheter in unterschiedlichen Größen.

Beatmungsgerät

Aufgrund des Gesundheitszustands des Patienten kann es erforderlich sein, dass er künstlich beatmet werden muss. Dies erfolgt nach einer Intubation.

Bei einer Narkose werden durch Medikamente die Muskelaktionen - und somit auch die Atmung - ausgeschaltet. Dann muss die Atmung von 'außen' übernommen werden.

Das Beatmungsgerät - hier ein Oxylog 2000 - ist so konstruiert, dass es aus dem Fahrzeug entnommen und an der Einsatzstelle betrieben werden kann. Das Gerät kann für alle Altersgruppen der Patienten von Baby bis zum Erwachsenen eingesetzt werden.

Weiterhin verfügt das Beatmungsgerät über die Möglichkeit, Sauerstoff zur Anreicherung der Atemluft abzugeben, ohne dass eine Intubation erfolgt ist.

Kohlenmonoxid-Messgerät

Das Kohlenmonoxid-Messgerät wird bei Verletzten nach Bränden - meist Wohnungsbränden - eingesetzt.

Ohne Eingriffe in den Körper (non-invasiv) wird über die Atemluft der Anteil des Kohlenmonoxid (CO) in der Ausatemluft gemessen.

Dazu wird ein Einweg-Mundstück (weißes Röhrchen) über einen Adapter auf das Gerät gesetzt. Innerhalb weniger Sekunden zeigt das Gerät den CO-Gehalt der Ausatemluft an.

Dies kann ein entscheidender Hinweis für den Notarzt für eine Krankenhauseinweisung sein.

EKG mit Defibrillator

Mit einem EKG Corpuls C3 werden die elektrischen Reizleitungs-Ströme am Herzen gemessen und aufgezeichnet. Anhand unterschiedlicher Messrichtungen und Betrachtungswinkeln (Ableitungen) können eine Reihe von Verdachtsdiagnosen gestellt werden - z.B. Herzrhythmusstörungen oder gar ein Herzinfarkt. Aus diesem Grund kann es erforderlich sein, dass Ihnen der Rettungsdienst bis zu 10 Elektroden auf Brustkorb und Extremitäten klebt.

Mit einem eingebauten Sensor der Pulsoximetrie kann die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen werden. Es sind damit Aussagen zur Versorgung der Organe mit Sauerstoff möglich. Er wird einfach auf den Finger gesteckt.

Mit den beiden schwarzen Padels ist es möglich, Elektroschocks auf das menschliche Herz abzugeben, um es aus dem sog. Kammerflattern (Puls < 300/min) bzw. Kammerflimmern (Puls > 300/min) wieder zu niedrigeren Frequenzen 'umzuschalten'. In diesen Fällen ist das Herz nicht in der Lage, die sehr, sehr schnellen elektrischen Aktionen in mechanische Aktivitäten umzuwandeln - das Herz pumpt kein Blut mehr in den Kreislauf.

Ferner ist das Gerät mit einem zusätzlichen Modul für die Kapnometrie ausgestattet, die bei der künstlichen Beatmung von Notfallpatienten zum Einsatz kommt..

Die EKG sind mit einem Anschluss zur Blutdruckmessung versehen. So ist eine automatische und kontinuierliche Blutdruckmessung möglich.

Die Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge des ASB Kassel nahm an dem Modellprojekt 'Frühlyse' zur präklinischen Behandlung von Herzinfarkten teil. Nach deren erfolgreichen Abschluss wird die Frühlyse nun dauerhaft auf den NEF des ASB Kassel mitgeführt.

Notfallrucksack

Anstatt diverser Notfallkoffer - wie es vor einiger Zeit noch war - wird nun nur noch ein Notfallrucksack mitgeführt.

In dem Notfallrucksack befinden sich alle medizinischen Geräte und Verbrauchsmaterialien, die für die Notfallversorgung von Erwachsenen erforderlich sind - z.B.:

  • Medikamente
  • unterschiedliche Infusionen
  • Verbandmaterial
  • Spritzen
  • Kanülen
  • Venen-Verweilkanülen
  • Blutdruckmessgerät
  • Materialien für eine Intubation
  • usw.

Der Perfusor

Mit einem Perfusor können Medikamente genau dosiert und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Die Einstellungen erfolgt in ml pro Stunden und sind sehr fein unterteilt möglich - minimale Unterteilung: 0,1 ml/h.

Mit einem Perfusor ist es auch möglich, vorab oder zwischendurch höhere Dosen auf einmal (Bolus) oder zeitlich begrenzt - z.B. bis zu einer bestimmten Menge - zu applizieren. So wird die optimale Wirkung eines Medikaments erreicht.

Der Stifneck

Der Stifneck dient - insbesondere nach Verkehrsunfällen und Stürzen - der Immobilisierung der Halswirbelsäule. So wird die Gefahr evtl. Folgeverletzungen deutlich verringert.

Wie bei vielen Dingen der Rettungsmedizin kommt auch der Stifneck aus den USA und bedeutet übersetzt "steifer Hals".

Der Stifneck wird auch in Kombination mit dem Rettungs-KED eingesetzt.

Präklinische Lyse

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde Anfang 2002 auf dem NEF 1 - stationiert im Klinikum Kassel und betrieben vom ASB - die präklinische Thrombolyse bei einem Herzinfarkt eingeführt. Kurze Zeit später folgten auch die anderen NEFs in Stadt und Landkreis Kassel.

Die präklinische - vor Eintreffen in einer Klinik einsetzende - Therapie soll bei frischen Herzinfarkten den Zeitverlust durch den Transport in die Klinik deutlich verkürzen und damit die Prognose für den Patienten erheblich verbessern.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Studie wird auf dem NEF des ASB Kassel dauerhaft die Lyse mitgeführt.