Die Ausstattung des Baby-Notarztwagen

Das Fahrzeug ist mit einer speziellen Luftfederung an der Hinterachse ausgestattet, um einen erschütterungsarmen Transport zu gewährleisten - zusätzlich ist der Tisch, auf dem sich der Inkubator während der Fahrt befindet, gefedert. Ferner verfügt das Fahrzeug über eine permanente 230V-Versorgung im Bordnetz, so dass alle Spezialgeräte, die auch in Kliniken benutzt werden, während des Transports eingesetzt werden können. In dem Fahrzeug wurde eine spezielle Geräuschdämmung verbaut, so dass möglichst wenige Störgeräusche in den Patientenraum eindringen können. Auch wurde die Martinhornanlage so verbaut, dass auch deren Geräusch im Patientenraum kaum wahrnehmbar sind.

Zusätzlich stehen rund 10.000 Liter medizinischer Sauerstoff und ebenso viel Druckluft (für den Betrieb des Beatmungsgeräts) zur Verfügung.

Der Baby-Notarztwagen des ASB Kassel basiert auf einem speziell für diese Zwecke ausgebauten Mercedes Sprinter mit Luftfederung. Der Ausbau erfolgte durch Wietmarscher.

Der ASB Kassel stellt Fahrer und Beifahrer - meist erfahrene Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten. Weiterhin ist er mit einem Neugeborenem-Notarzt und einer Kinderkrankenschwester von der Kinderklinik des Klinikums Kassel besetzt.

Der Baby-Notarztwagen ist an 7 Tagen die Woche rund um die Uhr einsatzbereit.

 

Fahrerraum

Der Baby-Notarztwagen basiert auf einem Mercedes Sprinter und ist ausgestattet mit einem Turbodiesel-Motor mit Direkteinspritzung. Diese Motorisierung ermöglicht ein zügiges Vorankommen.

Doch die beste Ausstattung hilft nicht, wenn das Fehlverhalten einiger Verkehrsteilnehmer den Baby-Notarztwagen bei Einsatzfahrten immer wieder zum Anhalten zwingt. Diese physikalischen Kräfte beim Bremsen und Anfahren stellen eine zusätzliche Belastung für den kleinen Patienten dar.

 

Seitentür

Hinter der Seitentür befindet sich der Patientenraum. Dort befindet sich ein vollständig gefederter und gedämpfter Tragentisch, auf dem sich u. a. der Inkubator auf einem Tragengestell befindet. Die Federung und Dämpfung von Fahrzeug und Tragentisch bewirken, dass die Erschütterungen durch den zunehmend schlechter werdenden Straßenzustand in der Region deutlich verringert werden.

Der Inkubator ist auf einem Tragentisch quer zur Fahrtrichtung in der Mitte zwischen beiden Achsen eingebaut. So wird sichergestellt, dass der winzig kleine Patient möglichst schonend transportiert wird - da an dieser Stelle im Fahrzeug die geringsten physikalischen Kräfte wirken.

Der Kinder-Notarzt sowie die Kinderkrankenschwester haben den kleinen Patienten und die medizinischen Geräte ständig im Blick und so ist eine lückenlose Überwachung des Zustands des kleinen Patienten sichergestellt.

 

Der Innenraum

Auf dem speziell gefederten Tragentisch ist neben dem EKG, dem Perfusor und dem Beatmungsgerät als zentraler Part der Inkubator installiert. Alle Geräte verfügen über eine eigenen separate Stromversorgung (Akku), mit der ein mehrstündiger Betrieb ohne Anschluss an eine externe Stromversorgung - z.B. an das Bordnetz des Baby-NAW oder das 'normale' Stromnetz - möglich ist.

Auf zwei verstellbaren Sitzen nehmen in der Regel der Neugeborenen-Notarzt sowie die Neugeborenenpflegekraft Platz. Von dort aus können sie - auch angeschnallt während der Fahrt - alle notwendigen Geräte und Fächer und vor allem den kleinen Patienten optimal erreichen.

In diversen Schränken und Fächern - darunter auch ein Wärmefach und ein Kühlschrank - sind alle für den Transport notwendigen Utensilien untergebracht. In den Schränken im hinteren Teil des Fahrzeugs sind die Materialien untergebracht, die nach einem Einsatz wieder aufgefüllt werden, um sofort wieder einsatzbereit zu sein.

Möglichkeit der künstlichen Beatmung

Ist der junge Erdenbürger zu schwach, selbst zu atmen, kann er über ein Beatmungsgerät künstlich beatmet werden.

Die Technik ist speziell für eine Beatmung eines Neugeborenen abgestimmt und kann eine Vielzahl von Beatmungsmethoden anwenden. So kann individuell eingestellt werden, dass das Neugeborene nach besten Möglichkeiten mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt wird.

 

Das EKG

Auf dem Tragengestell sind neben dem Inkubator eine Reihe von medizinischen Geräten montiert, die eine lückenlose Überwachung des kleinen Erdenbürgers ermöglichen. Zur Überwachung des Säuglings steht ein EKG zur Verfügung. Es können unterschiedliche Ableitungen der elektrischen Aktivität des kleinen Herzens angezeigt und ausgedruckt werden.
Eine Überwachung der Sättigung des Bluts mit Sauerstoff ist mit einem Pulsoximeter möglich . Hier wird mittels eines aufgeklebten Sensors - meist an einem Füßchen - die Anzahl der mit Sauerstoff 'belagerten' roten Blutkörperchen gemessen.

Der Gehalt von Sauerstoff im Inkubator wird ebenfalls überwacht.

Die Perfusoren

Auf dem Tragengestell sind neben dem Inkubator eine Reihe von medizinischen Geräten montiert, die eine lückenlose Überwachung des kleinen Erdenbürgers ermöglichen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, bis zu drei Perfusoren (Spritzenpumpen) gleichzeitig zu verwenden. Damit ist es möglich, Medikamente in sehr geringen Dosen absolut gleichmäßig zu verabreichen; z.B. die winzige Menge von 0,1 ml über 1 Stunde verteilt. Über jeder dieser drei Perfusoren kann ein unterschiedliches Medikament in einer jeweils individuellen Dosierung verabreicht werden.

Der Inkubator

Auf dem Tragengestell ist neben dem EKG, dem Perfusor und der Absaugpumpe als zentraler Part der Inkubator installiert.
Der Inkubator ist quer zur Fahrtrichtung auf einem besonders gefederten Tragentisch angeordnet. Auf diese Weise kann ein schonender Transport erfolgen. Denn: Ein Neugeborenes hat keinerlei Muskulatur, die den kleinen Körper und vor allem den Kopf stabilisiert.

Über diverse Sensoren werden Soll- und die aktuelle Ist-Temperatur in dem Inkubator sowie die Körpertemperatur überwacht. Der Innenraum des Inkubators wird ständig auf einer Temperatur von ca. 36°C gehalten, so dass das Fahrzeug immer sofort einsatzbereit ist.

Ferner erfolgt zusätzlich zum EKG eine Anzeige von Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung des kleinen Patienten sowie der Anteil des Sauerstoffs in der Luft im Inkubator.

Die gesamte Transporteinheit

Der Inkubator und die medizinischen Geräte sind so angeordnet, dass diese auf einem Tragengestell montiert werden konnten. Diese Transporteinheit kann von einer Person aus und in den Baby-NAW verbracht werden.
Der zeitraubende und mühsame Zusammenbau von Transportinkubator und Tragengestell - wie es bei dem Vorgängerfahrzeug der Fall war - ist entfallen.

 

Das Heck des Baby-Notarztwagen

Im Heck des Baby-Notarztwagen sind untergebracht:

  • Sauerstoffflaschen
  • Druckluftflasche für die Beatmungseinheit
  • Ersatzflaschen Sauerstoff und Druckluft für den Inkubator